Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik ist ein sozial- und gesundheitspolitischer Skandal

Aktuelles
, 23. März 2026

Das BSW Niedersachsen kritisiert die geplante Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik (DBK) im Kreis Oldenburg zum 30. Juni. Die suchtmedizinische Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche stellt gegenwärtig 60 Plätze für junge Menschen bereit. „Wenn so viele Behandlungsplätze verlorengehen, wird das landesweite Auswirkungen auf die Therapie suchtkranker Kinder und Jugendlicher haben“, sagt der BSW-Landesvorsitzende und Hausarzt Thorsten Renken. „Gerade im jugendlichen Alter besteht durch nachhaltige Therapien noch die Möglichkeit, zu verhindern, dass sich Krankheitsverläufe über den gesamten Lebensverlauf hinweg verfestigen.“

Bereits Anfang 2024 hatte der damalige Träger, Diakonie Oldenburg-Land, der Klinik wegen Finanzierungsschwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Nun steht der neue Träger, die Leinerstift-Gruppe aus Ostfriesland, vor den gleichen Problemen. Das zeigt, dass hinter der Schließung ein strukturelles Systemversagen steht. Eine Finanzierung durch die Kostenträger der Klinik ist aufgrund zu geringer Tagessätze nicht möglich.

„Den Klinikbetrieb kann kein freigemeinnütziger Träger unter den gegebenen Umständen leisten“, sagt der Co-Vorsitzende des BSW Niedersachsen, Holger Onken. „Das heißt, dass wir die Umstände ändern müssen. Die Landesregierung muss anstreben, die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in ein Landeskrankenhaus umzuwandeln und den Betrieb fortzuführen. Selbst wenn es in dem Betrieb zunächst weiterhin ein Defizit geben würde, wären die gesellschaftlichen Kosten höher. Wenn die Klinik geschlossen würde und 60 Therapieplätze wegfallen, wäre das eine Katastrophe.“

Das BSW weist ausdrücklich darauf hin, dass in der Klinik über Jahrzehnte Kompetenzen aufgebaut wurden, die man nicht ohne Weiteres reproduzieren kann – und nicht ohne, dass an anderer Stelle zusätzliche Kosten entstehen.

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